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Modellierung, Analyse und Bewertung von Landschaften

Screenshot (Quelle: LAUM, UH)

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Universität Hannover
Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltentwicklung (LAUM)
Dr. Frank Scholles
scholles@laum.uni-hannover.de
0511 - 762 2617

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ELAN: Herr Scholles, Sie koordinieren das Teilprojekt "Modellierung, Analyse und Bewertung von Landschaften" im Inhaltsbereich 2 "Planen, Bauen und Gestalten" in Hannover. Was ist die Leitidee Ihres Projektes?

Scholles: Wir haben in den Planungswissenschaften oft ein Projektstudium. So insbesondere in Hannover in der Landschafts- und Freiraumplanung, und zwar schon seit 1972.

Daher können wir mit Fug und Recht behaupten, zu den Pionieren des Projektstudiums zu gehören und große organisatorische und didaktische Erfahrung mitzubringen.

Mithilfe von Tutorials und Lehrmodulen sollen die Studienprojekte durch Basiswissen aus dem gesamten Fächerspektrum unseres Fachbereichs unterstützt werden. Die Tutorials sollen Grundlagenwissen behandeln, das immer wieder bei Projekten benötigt wird.

Die Präsenzlehre soll durch Multimedia-Skripte zu den Lehrmodulen qualitativ verbessert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Einsatz von Kommunikationswerkzeugen im Projektstudium.

ELAN: Ist das nicht ein Widerspruch,  Projektstudium/Kommunikation und eLearning? Lebt Projektstudium nicht von Face-to-face-Kommunkation?

Scholles: Spontan fragt man mich das oft, und das habe ich mich anfangs auch gefragt. Die Antwort ist, dass man Face-to-face nicht durch eLearning ersetzen kann, sondern unterstützen muss, und dass gerade beim betreuungsintensiven Projektstudium immer wiederkehrende Fragen web-unterstützt beantwortet werden können.

ELAN: Für welche Studiengänge ist Ihr Projekt ausgelegt?

Scholles: In erster Linie geht es um die hiesigen Studierenden der Landschafts- und Freiraumplanung. Wir entwickeln allerdings auch Lerneinheiten, die von Studierenden der Geographie oder des Bauingenieurwesens genutzt werden können.

Darüber hinaus erreichen mich immer wieder Anfragen von Studierenden der Planungswissenschaften, der Geographie, der Volkswirtschaftslehre und des Bauingenieurwesens, die mit Verweis auf Online-Materialien leicht beantwortet werden können.

ELAN: Wie genau sieht Ihr Beitrag zum eLearning Academic Network aus?

Scholles: Die Erfahrungen bei der Einführung von eLearning am Fachbereich LAUM können hilfreich für andere Fachbereiche sein. Das bedeutet neben der Auswahl einer Lernplattform auch eine Reihe weiterer Aktivitäten wie die Entwicklung einer eLearning-Strategie und der Erstellung von Arbeitshilfen für die Dozenten. Unser Studiengang wird ja in Niedersachsen einzig in Hannover angeboten. Daher werden wir über Niedersachsen hinaus unsere Netzwerke intensivieren und außerdem mit ähnlichen Studiengängen kooperieren. Ich hatte bereits diesbezüglich Kontakt mit der Universität Lüneburg.

ELAN: Wie werden Ihre Studierenden bei der Umstellung auf multimediales Lernen betreut?

Scholles: In den Veranstaltungen, die durch eLearning unterstützt werden, gibt es spezielle Termine, die zur Information der Studierenden dienen.
Die Mitarbeiter des ELAN-Projekts stehen für Fragen zur Verfügung. Außerdem gibt es Personen, an die sich die Studierenden über eMail wenden können, wenn Fragen oder Probleme auftreten.

ELAN: Wo sehen Sie die Chancen und Grenzen in Ihrem Projekt?

Scholles: Aktuell sehen wir die EDV-Ausstattung der Studierenden - besonders im Vordiplom, die Internet-Anbindung, aber auch die Motivation, sich auf neue Lernformen einzulassen, als begrenzende Faktoren an.
Darüber hinaus stellen wir fest, dass Studierende immer mehr eine Konsumhaltung einnehmen, statt aktiv nach Material und Lösungen zu suchen. Insbesondere wird das umfangreiche Literaturangebot immer weniger genutzt.

Stattdessen sehen wir uns mit Forderungen konfrontiert, die einer Planerausbildung zuwider laufen, denn dazu ist es zentral, sich Metawissen anzueignen, also: Wo bekomme ich welche Information und wie schätze ich sie ein?

Die Chancen bestehen in einer qualitativen Verbesserung der Lehre und unseres Projektstudiums. In Bezug auf Lehre können die Studierenden zukünftig mehr Möglichkeiten nutzen. Die Studienprojekte können mithilfe von Kommunikationswerkzeugen besser organisiert werden.
Aber das braucht Ressourcen in der Anlaufphase, die durchaus länger als 2 Jahre dauert - da sollten wir uns keinerlei Illusion hingeben. Bis ein vermarktbares Weiterbildungsangebot "steht", gehen 4 bis 5 Jahre ins Land, wie mir meine Kollegen in England bestätigen, die das betreiben.
Da muss v.a. technisch reibungslos klappen, da kann man nicht auf nächste Woche vertrösten, bis mir die nornale Arbeit Zeit lässt, dem Problem nachzugehen.

Fakten:
Scholles: Bei mir geht es inhaltlich zunächst um Planungstechniken und Planungsmethoden, also gewissermaßen um Handwerkszeug, das Planer mitbringen müssen. Da gibt es nicht den einen richtigen Weg, man hat einen Methodenbaukasten.

Daraus sind die jeweils zweckmäßigen Bausteine auszuwählen und auf den Einzelfall anzupassen. Das erfordert neben ingenieurmäßigem Können auch Übernahme ethischer Verantwortung, teilweise auch politischer Funktionen.
Daher haben wir die gängigen Methoden beschrieben und illustriert, aber auch ihre jeweiligen Grenzen und Probleme aufgezeigt. Zunehmend wird GIS hierbei eingesetzt - auch dies erfordert Übernahme von Verantwortung.
Wir arbeiten im GIS-Zentrum mit, mit dem Ziel, einen Web-GIS-Server auch für Lehrzwecke aufzusetzen. So können wir reale Planungssituationen simulieren - wir nennen das Planspiel.

Und damit sind wir mitten im Projektstudium, das eigentlich Planspiele betreibt. Ein konkreter Fall wie die Umweltverträglichkeitsprüfung einer Straßenplanung wird mit möglichst realen Daten praxisnah durchgespielt, Umweltfunktionen ermittewlt und bewertet, potenzielle Beeinträchtigungen der Funktionen durch die vorgeschlagene Straße und ihre Alternativen prognostiziert und bewertet, Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verminderung oder zum Ausgleich solcher Beeinträchtigungen entwickelt und schließlich eine Gesamtbewertung durchgeführt.

Dabei spielen neben methodischen v.a. ökologische und rechtliche Fragen eine Rolle.

Die Lernplattform kann Grundlagenwissen zur Verfügung stellen - die Tutorials. Sie kann aber auch zur Organisation der Teamarbeit genutzt werden. Termine und Informationsquellen werden bekanntgegeben, Zwischenergebnisse werden eingestellt und gleich kommentiert, Prozesse dokumentiert - wichtig für abschließende Berichte. Und die Studierenden haben immer Zugriff auf den aktuellen Stand.

Lehrmethode: Blended Learning, Projektstudium
MitarbeiterInnen: Frank Scholles, Christine Staschinski, Christina von Haaren

ELAN AG