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Werkstatt Virtuelle Landschaften

Abb 1: Die Organisationsstruktur des Teilprojektes
Abb 2: Interaktion mit echten Geodaten im WebMapClient
Abb 3: Kontakt- und Service-Optionen
Abb 4: Startseite mit dem Hinweis auf alle notwendigen PlugIns (Quelle: GIS)

Kontakt

Universität Hannover
Zentrum für Geo-Informationssysteme (GIS-Zentrum)
Prof. Dr.–Ing. habil M. Sester
monika.sester@ikg.uni-hannover.de
0511 - 762 3588

Ansprechpartnerin:

Dipl.-Geogr. Christiane Katterfeld
christiane.katterfeld@ikg.uni-hannover.de
0511 - 762 19369

Links

Kurs

ELAN: Frau Katterfeld, Sie koordinieren das Teilprojekt "Werkstatt Virtuelle Landschaft" im Inhaltsbereich 2 "Planen, Bauen und Gestalten" in Hannover/Braunschweig. Was ist die Leitidee Ihres Projektes?

C.K.: Leitidee des Projektes ist, eine Virtuelle Landschaft zu entwickeln, anhand derer der Studierende Zusammenhänge im Raum durch exploratives und interaktives Verhalten erlernen soll. Die Virtuelle Landschaft setzt auf Kursen auf, die Basiswissen aus dem Bereich Geoinformatik bereitstellen und stellt ihrerseits die Grundlage für weitere Lernmodule, die problemorientiertes Lernen zum Inhalt haben, dar. Die Abbildung 1 illustriert das Konzept des Teilprojektes.

ELAN: Für welche Studiengänge ist Ihr Projekt ausgelegt?

C.K.: Das Teilprojekt ist für Studierende der Geoinformatik ausgelegt. Diese rekrutieren sich aus verschiedenen Studiengängen der Geowissenschaften, vor allem aber der „Geodäsie und Geoinformatik“, „Geographie“, „Landesplanung und Raumforschung“ und „Angewandte Informatik“. Für weitere Fachgebiete stellt die Geoinformatik ein Arbeits-, Lehr- und Forschungsfeld dar. Diese Fachgebiete bündeln ihre Kompetenzen im GIS-Zentrum der Universität Hannover. Somit stellt sich auch für diese Fachgebiete -  wie beispielsweise Wasserbau- und Küsteningenieurwesen, Geobotanik oder Theoretische Nachrichtentechnik und Informationsverarbeitung (u.v.m. – siehe www.gis-zentrum.uni-hannover.de/mitglieder.html) - die Notwendigkeit, Inhalte der Geoinformatik zu lehren.

ELAN: Wie genau sieht Ihr Beitrag zum eLearning Academic Network aus?

C.K.: Das Teilprojekt „Werkstatt Virtuelle Landschaft“ steuert dem eLearning Academic Network zwei sehr umfangreiche Kurse („Webkartographie“ und „Ausgewählte Aktuelle Aspekte der Geoinformatik“) bei. Dabei handelt es sich um speziell für die Nutzung via Internet aufbereitete Inhalte, wobei höchstes Augenmerk auf die Ausnutzung der Potentiale des Mediums Internet gelegt wurde. Interaktive Elemente stellen eine wichtige Basis zur Lernmotivation und zum Wissenstransfer, sowie der Lernüberprüfung dar.
Den Kernpunkt allerdings macht die Virtuelle Landschaft aus. Sie stellt eine Geodateninfrastruktur bereit, die es aufsetzenden Modulen erlaubt, interaktiv und problemorientiert zu arbeiten. Durch eine konkrete Kooperation mit dem Teilprojekt „Modellierung, Analyse und Bewertung von Landschaften“ wird ein Planspiel bereitgestellt, in welchem die Potentiale der Virtuellen Landschaft deutlich gemacht werden. So kann über einen Web Map Client mit echten Geodaten interagiert werden. Zur Interaktion gehören neben Exploration auch Selektion, attributgestützte und räumliche Abfrage (Query), sowie einfache Funktionalitäten wie beispielsweise Pufferflächenbildung (s. Abbildung 2).

ELAN: Wie werden Ihre Studierenden bei der Umstellung auf multimediales Lernen betreut?

C.K.: Die oben aufgeführten Lernmaterialien sollen, im Sinne des Blended Learning die Präsenzlehre unterstützen. Somit wird es in den entsprechenden Veranstaltungen, in die die Nutzung der Lernmaterialien, bzw. der Virtuellen Landschaft eingebettet ist, eine Einweisung in die Umgebungen geben.
Darüber hinaus stehen die Lernmaterialien frei im Internet zu Verfügung. Die Materialien entsprechen hinsichtlich der Nutzung (z.B. Navigation) den allgemein bekannten Konzepten. Somit wird ein Nutzer, der mit der Handhabung des Internets vertraut ist, nicht mit technischen Problemen konfrontiert. Dennoch werden die Potentiale der Umgebung unter der „Service-Option“ (s. Abbildung 3) noch einmal übersichtlich dargestellt werden.
Zur inhaltlichen Betreuung ist neben dem persönlichen und Mail-Kontakt zum Dozenten, der die zugehörige Präsenzveranstaltung leitet, der Autor der Lernmaterialien über E-Mail direkt aus der Lernumgebung heraus erreichbar. Wird eine Mail an den Autor des Lernmoduls verfasst, erscheint im Betreff automatisch eine Referenz zur Seite, von der aus die Mail geschrieben wurde. Somit kann der Autor Probleme schneller einer Textstelle oder einer Abbildung zuordnen und gezielter darauf eingehen. (siehe Abbildung 3)

ELAN: Wo sehen Sie die Chancen und Grenzen in Ihrem Projekt?

C.K.: Das Projekt „Werkstatt Virtuelle Landschaft“ bietet vor allem die Chance, eine webbasierte Geodateninfrastruktur unter Nutzung der Ressourcen des GIS-Zentrums der Universität Hannover aufzubauen, die auch für die Zukunft eine Basis bietet, um räumliche Fragstellungen anhand von echten Daten (d.h. problemorientiert) z.B. in Planspielen zu lehren und üben.
Im Rahmen der Erstellung von Kursen wurde die Chance genutzt, ein umfangreiches Angebot an Lehr- und Lernmaterialien zu erarbeiten und internetgerecht aufzubereiten. Dies ermöglicht zum einen die zeitnahe Bereitstellung (und Zugänglichkeit) von aktuellen Themen. Zum anderen wird der Studierende durch die Interaktivität der Angebote (bei Materialien, ergänzend zur Lehrveranstaltung) motiviert oder (bei Einbettung in Lehrveranstaltungen) gezwungen, aktiv und handlungsorientiert zu lernen.

Die zeitlichen bzw. personellen Grenzen des Projektes limitieren die Erarbeitung von Anwendungsbeispielen, für die die Virtuelle Landschaft im Rahmen der Projektlaufzeit konkret eingesetzt werden kann und wird. Der Metapher der „Werkstatt“ folgend, soll die Virtuelle Landschaft Daten (Material), Funktionalitäten (Werkzeuge) und Basiswissen (Fertigkeiten) bereitstellen, welche dann zu Aussagen betreffs räumlicher Probleme (Werkstücken) veredelt werden sollen. Um den Aufwand der Bereitstellung dieser geschilderten Infrastruktur zu amortisieren, sowie die vielfältigen Facetten (Formen, Prozesse, Wechselwirkungen, Eingriffe, etc. ) der Landschaft zu vermitteln, ist die Nutzung für verschiedene Anwendungen nicht nur wünschenswert, sondern dringend notwendig. Ressourcen für die Erarbeitung weiterer Anwendungsbeispiele (auch als „Module“ bezeichnet) sind dementsprechend zwingend notwendig.

Fakten:

Lehrmethode: handlungs- und problemorientiertes Lernen

MitarbeiterInnen: aktuell: 1 Mitarbeiterin (Christiane Katterfeld)

Kosten: Aktuell: Personalkosten für 1 Mitarbeiterin
Wünschenswert: 2 weitere Mannjahre zur Umsetzung weiterer Anwendungsbeispiele in der Virtuellen Landschaft, sowie Verbesserung der Lehrangebots
Nachhaltig: die Kosten zur nachhaltigen Pflege (Aktualisierung, Betreuung) können derzeit in ihrer Höhe nicht endgültig abgeschätzt werden.

Standards: Technisch: Die aktuellen Entwicklungen orientieren sich an Internetstandards und setzen auf HTML, SVG, VRML. Vereinzelt werden PlugIns zur Nutzung von spezifischen Viewern (z.B. Web Map Client) benötigt. Diese sind auf der Startseite aufgelistet. Wenn man vorab alle dort empfohlenen PlugIns installiert, ist ein Installationsfreies Arbeiten gesichert (s. Abbildung 4).

Metadaten: Das Teilprojekt beteiligt sich an allen Umfragen/Erfassungen des KB4 (Digitale Bibliothek), um in entsprechenden Referenzsystemen (z.B. OPAC, TIB) nachgewiesen zu werden und somit auffindbar zu sein. Die Sicherung der Metadatenstandards wird dem KB4 überlassen.

Interoperabilität: Die Frage der Austauschbarkeit der Lehrinhalte stellt sich vor allem zu verwandten Projekten, also anderen Angeboten aus dem Bereich der Geoinformatik oder den oben genannten betroffenen Fachgebieten. Zu diesem Thema engagiert sich die „Projektübergreifende eLearning-Initiative Geoinformatik“ (PELIG) in der Festlegung eines fachspezifischen Standards, um die Austauschbarkeit von Lernobjekten im Lern- und Übungsbereich „Geoinformatik“ sicherzustellen. Diese Initiative, in der wir uns ebenfalls engagieren, arbeitet nicht losgelöst von bestehenden Metadatenstandards, wie beispielsweise Dublin Core, LOM oder SCORM, hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, darüber hinausgehend konkrete fachspezifische Anforderungen an die Kodierung und Beschreibung von Inhalten zu definieren.

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